040 - 181215 140 DermatoMed Hamburg • Prof. Dr. Moll • Privatärztliche Praxis für Dermatologie im Facharztzentrum an der Kampnagelfabrik • Jarrestraße 2 • 22303 Hamburg

hautarzt-hamburg-moll-dermatomed-neurodermitisNeurodermitis atopica

Eine weit verbreiterte Hautkrankheit

Die Neurodermitis atopica wird auch als endogenes Ekzem, atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem bezeichnet. Die Neurodermitis ist eine chronisch verlaufende Hautentzündung, die in aller Regel rückfallend auftritt je nach unterschiedlichen Veränderungen im Laufe des Lebens. Zusammen mit dem allergischen Asthma, der allergischen Rhinitis (Schnupfen) bildet sie die sogenannten atopischen (am falschen Ort gelegenen) Erkrankungen. Die Neurodermitis hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, derzeit sind bis zu 15 % der Kinder bis zum 6. Lebensjahr zumindest zeitweise an Neurodermitis erkrankt, während im Erwachsenenalter nur ca. 2 % betroffen werden.

Ursachen der Neurodermitis

Die Neurodermitis wird vererbt, wobei verschiedene, erst teilweise bekannte Gene beteiligt sind. Diese vererben eine immunologische und neurovegetative Störung und eine Beeinträchtigung der Hautbarriere. Die immunologische Störung der Neurodermitis geht einher mit erhöhten Antikörpern (IgE). Dadurch bedingt sind die allergischen Reaktionen auf Hühnerei und Kuhmilch vorwiegend bei Kindern, bei Erwachsenen auf Gräser und Hausstaub. Eventuell spielen auch Antikörper gegen Pathogene auf der Hautoberfläche (z. B. Staphylokokken) eine Rolle. Die neurovegetative Störung betrifft Mediatoren, die in kleinsten Mengen Entzündungen, Gefäßkontraktionen und eventuell auch Juckreiz auslösen. Diese werden bei Patienten mit Neurodermitis vermehrt und rasch freigesetzt.

Ein weiterer Erbfaktor betrifft die Barriere der Haut durch das Fehlen von hautabdichtenden Stoffen. Dadurch ist die Haut vermehrt durchlässig und das erleichtert das Eindringen von Allergenen und anderen Schadstoffen, was die Dermatitis mit verursachen könnte.

Symptome und Diagnose der Neurodermitis

Die Diagnose wird durch Inspektion gestellt und durch Bestimmung der IgE-Antikörper. Die Neurodermitis gehört zu den Ekzem-Erkrankungen. Sie ändert im Laufe des Lebens ihr Bild. Im Säugling- und Kleinkindesalter tritt bevorzugt ein nässendes, schwer entzündliches Ekzem auf, häufig am behaarten Kopf – Milchschorf genannt – später im Gesicht und am Körper. Die Windelregion bleibt meist ausgespart. Die Kleinkinder entwickeln vermehrt trockene Ekzeme an den Beugeseiten (Kniekehlen, Ellenbeugen, Hals). Die gesamte Haut wird zunehmend trockener. Das verstärkt sich im jugendlichen und im Erwachsenenalter weiter, es entstehen flächige, faltenreiche, die Hautspaltlinien betonende Ekzeme an den Beugestellen. Sehr häufig besteht ein ausgeprägter Juckreiz dabei.

Typisch und in der Diagnose weiterführend sind extrem trockene, schuppende Fingerkuppen, kleine Risse an den Ohrläppchen, Ausdünnung der Augenbrauen zur Seite, doppelte Lidfalte, verstärktes Linienmuster der Handflächen und Fußsohlen und teilweise des Gesichtes. Diese geringen Zeichen sind dringlich zu beachten bei der Berufswahl, da eine Verschlechterung bei Feuchtberufen drohen kann. Nach dem 6. Lebensjahr klingt die atopische Dermatitis meistens ab, so dass im Erwachsenenalter lediglich noch 2 % betroffen sind. Ca. um das 10. Lebensjahr treten dann ein allergisches Asthma und eine allergische Rhinitis (Heuschnupfen) auf. Provoziert werden kann die Neurodermitis durch Kälte, daher oft Verschlechterung im Herbst und Winter, durch Allergene in den Nahrungsmitteln und in der Luft, häufiges Händewaschen, Stress und hormonelle Faktoren.

Therapie

Die Therapie der Neurodermitis ist vielfältig und muss sehr individuell gestaltet und an Alter, Hautzustand und Ausprägung der Krankheit angepasst werden. Es ist immer eine Basistherapie mit konsequenter Fettung der Haut notwendig. Je nach Fettgehalt und Hydratation sind Öl-in-Wasser Emulsionen oder Wasser in Öl Emulsionen zu bevorzugen. Die Therapie der Hautentzündung kann kurzfristig mit Kortison-Cremes erfolgen, dann sollte allerdings eine andere Therapie eingeleitet werden. Gut bewährt haben sich Lichttherapien, Cremes, welche die Immunität in der Haut ändern (z.B. Tacrolimus) oder auch antiseptische Cremes (z. B. Triclosan).

Falls dies bei konsequenter Anwendung nicht zu einer Besserung führt, ist eine Tablettenbehandlung notwendig. Diese erfolgt mit Kortison und Immunsuppressiva, die allesamt wirksam sind, jedoch sind die Nebenwirkungen strikt zu beachten. Antihistaminika reduzieren den starken Juckreiz. Gegen Stress könnte eine psychosomatische Therapie sinnvoll sein.

Häufige Fragen der Eltern, was kann präventiv getan werden, um die Neurodermitis zu verhindern. Stillen für 4 Monate ist empfohlen, danach allergenarme Kost und eine konsequente und langfristige Pflege sind nötig.

Leiden Sie an Neurodermitis?
Dann melden Sie sich gern telefonisch zu einem Termin in unserer Praxis für Privatpatienten und Selbstzahler unter: (040) 181215  140 oder online: dermatomed@arztzentrum.de