040 - 181215 140 DermatoMed Hamburg • Prof. Dr. Moll • Privatärztliche Praxis für Dermatologie im Facharztzentrum an der Kampnagelfabrik • Jarrestraße 2 • 22303 Hamburg

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Berufsdermatosen: Ekzeme und heller Hautkrebs

Viele von Ihnen werden es kennen – Berichterstattungen zum Thema Berufsdermatosen in der Öffentlichkeit weisen auf gesundheitliche Gefährdungen durch chemische, biologische und physikalische Umwelt- und Arbeitseinflüsse im täglichen Leben und im Beruf hin. Das Organ Haut ist in erster Linie gefährdet, wenn es um negative Einflüsse aus Umwelt und Beruf geht. Die Reaktionen sind meist Ekzeme der Hände und Füße, manchmal auch des Gesichtes sowie Karzinome der Haut (heller Hautkrebs).

Das Handekzem

Die typischen Erscheinungen des Handekzems sind Rötungen, kleine Bläschen, nässende Entzündungen, Verdickungen der Haut und Hautrisse. Die Lokalisation betrifft anfangs meist die Fingerseitenkanten mit kleinen Bläschen. Diese dehnen sich von dort zunächst auf die Finger und die Handrücken, dann auf die Handflächen und Fingerkuppen und schließlich bis zum Handgelenk aus. Die Ursachen sind ausgesprochen vielfältig. Es lassen sich die großen Gruppen der irritativ-toxischen, der allergischen und der atopischen Handekzeme unterscheiden.

Das irritativ-toxische Handekzem

Das irritativ-toxische Handekzem entsteht durch ständigen Kontakt mit „mittelstarken“ Schadstoffen, beispielsweise durch dauerhafte Feuchtarbeiten bei Spül- oder Putzkräften. Aber auch durch Friseurstoffe, Metalle, Lösungsmittel und viele andere Substanzen, die per se reizend für die Haut sind und durch die Feuchtigkeit noch schädlicher werden. Diese Art von Schädigung führt zu einem Barriere-Verlust der Haut, wodurch Schadstoffe und Allergene verstärkt durch die Hautoberfläche eindringen können. Daher ist in solchen Berufen eine konsequente Prävention (Vorsorge) notwendig, die möglichst frühzeitig gestartet werden sollte. Dies umfasst eine umfangreiche Aufklärung der Betroffenen und Anleitung zur Anwendung von Hautschutzmaßnahmen, vor allem Handschuhe und regelmäßige Pflege. Die Haut sollte täglich rückgefettet werden, eventuell mit speziellen Repair Cremes. Es sollten Schutzmaßnahmen, Handschuhe, Werkzeuge etc. bei entsprechenden Tätigkeiten eingesetzt werden. Eventuell ist auch eine Meidung bestimmter Tätigkeiten unumgänglich, z. B. Freistellung von Haarwäsche, Vermeidung von Dauerwellenflüssigkeiten oder Arbeitsplatzwechsel in Fabriken.

Allergisches Kontaktekzem

Ein allergisches Kontaktekzem kann ebenfalls in die Gruppe der Berufsdermatosen eingeordnet werden. Es folgt nicht selten dem irritativ-toxischen Handekzem, dadurch, dass die Hautoberfläche gestört und Allergene (Stoffe, die Allergien erzeugen), vermehrt in die Haut eindringen können. Dieses zeigt sich in einer relativ raschen Ausbildung von Rötung, Bläschen, Juckreiz bei Kontakt mit Allergenen. Infolge entstehen Hautverhornungen und Hautrisse. Allergische Ekzeme können auf Dauer äußerst therapieresistent werden.

Diagnose

Dazu ist eine sehr ausführliche Anamnese Voraussetzung, die alle beruflichen Kontaktstoffe – bei den oft unterschiedlichen Tätigkeiten des Einzelnen – erfasst und eine Reihe testfähiger Substanzen erkennen lässt. Diese werden auf dem Rücken, auf die intakte Haut, aufgebracht, ca. 48 Stunden belassen. Nach zwei Tagen werden die Stellen beurteilt, ob ein allergisches Kontaktekzem dort entstanden ist. Die positiv getesteten Stoffe sollten unbedingt beruflich und privat gemieden werden, damit es nicht zu einer größeren Ausweitung der Berufsdermatosen kommt. Dies kann eine Umsetzung innerhalb des erlernten Berufes, innerhalb des Betriebes oder aber einen Berufswechsel mit Umschulung nach sich ziehen.

Nicht selten sind auch die Füße, insbesondere die Sohlen und Fußränder mitbetroffen. Dies besonders an Arbeitsplätzen an denen festes Schuhwerk getragen werden muss. Hier kommen häufig Infektionen durch Keime, die üblicherweise in den Zehenzwischenräumen leben und sich unter den speziellen Bedingungen des Schuhwerks gewaltig vermehren. Es entsteht dann der sogenannte gram-negative Fußinfekt, der äußerst therapieresistent ist. Häufig sind langwierige antibiotische Therapien und eine intensive tägliche Hautpflege notwendig, um einen einigermaßen guten Hautbefund an den Füßen zu erhalten. Nicht selten führt auch dies zu einer Umsetzung an einen anderen Arbeitsplatz.

Atopisches Ekzem

Von Hand- und Fußekzemen betroffen sind häufig Patienten mit sogenannten atopischer Diathese, d. h. Personen, die zu Allergien auf Pollen, Stäube und Kräuter neigen und eine trockene, leicht reizbare Haut aufweisen (milde Form der Neurodermitis). Hier sind ebenfalls häufig die Fingerseitenkanten und Handkuppen zuerst betroffen, später die Hand- und Fingerrücken und dann die Ellenbeugen, Kniebeugen und Handgelenke. Diese Art des Ekzems neigt auch zu Streuherden am gesamten Körper. Da die Barrierefunktion der Haut bei Allergikern (Atopikern) von Natur aus eingeschränkt ist, neigen sie zu Ekzemen nicht nur an den Händen, sondern am gesamten Körper (Neurodermitis). Für diese Menschen sind daher Feuchtberufe oder Berufe mit Umgang mit Metallen, intensiven Lösungsmitteln etc. nicht geeignet. Hier sollte rechtzeitig eine Aufklärung und Prävention erfolgen.

Hautarztverfahren

Es existiert in Deutschland das sogenannte Hautarztverfahren. Das bedeutet die Meldung eines Verdachtes auf eine Berufsdermatose an die entsprechende Berufsgenossenschaft. Dazu ist jeder Arzt, der den Verdacht äußert, verpflichtet. Danach erfolgt für den Arbeitnehmer eine Begutachtung in der geklärt wird, ob die Kriterien der Berufsdermatose erfüllt sind und er damit eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt erworben hat oder eventuell sogar berufsunfähig wurde.

Fazit

Bei allen Hand- und Fußekzemen sollte sehr genau die Arbeitstätigkeit, private Aktivitäten und allergologische Testungen vorgenommen werden.

Therapie von Ekzemen

Handekzeme werden auch zunächst mit Cremes behandelt, die Kortison oder andere immunmodulierende Substanzen enthalten, um die Entzündung zu minimieren. Weiterhin kommen Cremes mit desinfizierenden Zusätzen und/oder antientzündlich-wirkende Nicht-Kortison-Cremes zum Einsatz. Damit muss regelmäßig und konsequent behandelt werden. Falls eine starke Bläschenbildung beim Schwitzen im Vordergrund steht, kann eine Iontophorese (elektrische Therapie) sehr sinnvoll sein. Gut Barriere-aufbauend wirken verschiedene pflanzliche Substanzen (Birke, Eiche). Falls dies nicht zu einer Besserung führt, kommt eine systemische Therapie mit Tabletten in Betracht. An erster Stelle steht Kortison, aber auch die Vitamin D Analoga und immunmodulierende Tabletten. Hier ist die Wirkung nach einigen Wochen sehr gut, jedoch sollten diese Präparate durch andere Maßnahmen (Prävention, Veränderung der Arbeitsbedingungen) begrenzt werden. Dabei erwiesen sich Bestrahlungen mit UV-Licht, eventuell kombiniert mit Bädern (PUVA) sehr effizient und relativ nebenwirkungsarm. Kortison-Cremes sind nur für die Akuttherapie bei starker Entzündung und Bläschenbildung notwendig, keinesfalls sollte längerfristig damit behandelt werden, da dies zur Hautatrophie führt, was die Widerstandfähigkeit der Haut weiter reduziert und dann den Zustand verschlechtert. Zusätzlich sollten alle toxischen Stoffe gemieden und allergologische Tests durchgeführt werden.

Unter konsequenter UV-Licht-Therapie heilen bei uns viele Hand- und Fußekzeme ab, bei starkem Schwitzen sehen wir oft durch Iontophorese gute Effekte. In schweren Fällen wirken Vitamin A-Säure-Präparate gut.

Heller Hautkrebs

Eine zweite wichtige Form der Berufsdermatosen stellen der helle Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom) und dessen Vorstufe, die aktinische Keratose dar. Der beruflich-induzierte helle Hautkrebs kann durch Lichtstrahlen und Röntgenstrahlen entstehen. Dazu ist zu sagen, dass die bei weitem größte Zahl der beruflich-bedingten Hautkrebserkrankungen durch das UV-Licht bei Outdoor-Arbeitern entsteht, selten  durch künstliches UV-Licht bei Tätigkeiten wie Härten, Fotokopieren und Schweißen. Daher sind diese Hautkrebse in der überwiegenden Zahl im Gesicht, auf der Glatze, an den Ohren und auf den Handrücken lokalisiert.

Symptome und Diagnose von hellem Hautkrebs

Zunächst entsteht die Vorstufe, die aktinische Keratose. Sie stellt einen rötlichen, Schuppen-bedeckten Fleck dar, der meist in Vielzahl entsteht und nach längerer Zeit in einem Teil der Fälle in einen hellen Hautkrebs übergeht. Der Krebs zeigt sich wie eine kleine nicht heilende Wunde, als kleiner Hornkegel oder als Hautknötchen. Im Anfangsstadium wächst der helle Hautkrebs allmählich und zeigt aber keinerlei Neigung abzuheilen. Falls der Patient mehrere Jahre Out-door-Arbeiter war, besteht der begründete Verdacht, dass es sich um einen beruflich-induzierten Hautkrebs handelt, der meldepflichtig nach § 202 SGB VII (BG   5103) ist. Da bereits der Verdacht meldepflichtig ist, um geeignete Präventionsmaßnahmen einzuleiten, sind zahlreiche aktinische Keratosen und helle Hautkrebse zu melden und entsprechende Therapien und Vorsichtsmaßnahmen einzuleiten. Die Maßnahmen umfassen Bekleidung, Kopfbedeckung, UV-Schutzbrille, Lichtschutzmittel. Diese sollten bei der beruflichen Tätigkeit regelmäßig angewandt und den Arbeitnehmern zur Verfügung stellt werden. Wir melden und behandeln alle Berufskrankheiten in der Dermatologie.

Leiden Sie an Ekzemen oder sind Sie beruflichen Risiken, wie z.B. Sonnenlicht ausgesetzt? Telefonische Anmeldung zu einem Termin in unserer Praxis für Privatpatienten und Selbstzahler unter: (040) 181215140 oder online: dermatomed@arztzentrum.de