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Genitale Tumoren

Bei Erkrankungen, die sich anfänglich mit Juckreiz und Schmerzen äußern, kann es sich auch um gutartige Tumoren und hellen Hautkrebs handeln, die in der Scheide und an den Schamlippen entstehen. Meist sind ältere Frauen betroffen. 
Oft sind diese zu erkennen an der Entwicklung eines nicht- heilenden Haut- oder Schleimhautgeschwürs (Ulzerationen), einem umschriebenen entzündlichem Herd und häufig auch Blutungen der Schleimhäute. Die Diagnose wird durch die mikroskopische Analyse einer Gewebeprobe gestellt.

Vulvodynie

Die Vulvodynie ist ein chronisches Schmerzsyndrom der Scheidenregion. Hierbei sind alle der bisher angegebenen Erkrankungen als Ursache möglich und daher durch Untersuchungen auszuschließen, um diese Diagnose zu stellen. Sie betrifft junge Mädchen und ältere Patientinnen.

Ursachen & Therapie

Als Ursache kommen allgemeine Störungen der Schmerzwahrnehmung, insbesondere Schmerzsyndrome wie Burn out, Reizdarmsyndrom oder Depressionen in Betracht. Ein MRT der Lendenwirbelsäule und des Beckens sollte veranlasst werden um evt. Nervenschäden zu erkennen.
Auch wichtig sind die meist zu langen Anwendungen von Desinfektionsmitteln, Cremes, Waschlotionen u.ä. Diese Maßnahmen sollten umgehend beendet werden und eine Pflege, die die Hautbarriere wieder herstellt, ist anzuwenden. Häufig helfen Lidocaincremes bei der Schmerzlinderung. Falls systemische Therapien in schweren Fällen notwendig sind, werden in erster Linie Amitriptylin, Carbamazepin oder Pregabalin als Wirkstoffe verschrieben.

Auch bei Männern können Entzündungen im Genitalbereich, oft an der Glans (Eichel) – Balanitis genannt – auftreten. 

Eichelentzündungen – Balanitis

Entzündungen der Eichel (Balanitis) und der Vorhaut (Balanoposthitis) haben viele Ursachen u.a. Vorhautverengung (Phimose), Infektionen, Irritationen, Allergien, Diabetes und ungeeignete Hygienemaßnahmen. 

An der Eichel und Vorhaut entstehen nässende Rötungen, Erosionen, kleine Wunden, oft auch kleine Blutungen oder weißliche Beläge. Schwellungen der Vorhaut können hinzukommen. 

Diagnose

Klinisches Aussehen, Untersuchungen auf Bakterien, Pilze, Allergien und Gewebeprobe um Krebsvorstufen rechtzeitig zu erkennen.

Vorhautentzündung – Balanoposthitis allergica

Die Vorhautentzündung hat viele Ursachen. Häufig wird sie ausgelöst durch Allergene in Körperpflegemitteln, Deodorantien, Kondomen u.v.a.

Diagnose

Allergie-Testungen

Therapie

Kortison-Creme (kurzfristig), Allergene Stoffe – die die Allergie auslösen – weglassen! Pflegecremes verwenden.

Akute infektiöse Vorhautentzündung

Bakterien und Pilze sind häufig die Ursache. 

Diagnose

Mikrobiologische Untersuchung der Bakterien und Pilze, Bestimmung auf welche Antibiotika diese empfindlich reagieren.

Therapie

Antibiotikahaltige Cremes

Chronische Eichel- und  Vorhautentzündung

Bräunlich-rötliche, glänzende Flecke bestehen jahrelang und dehnen sich langsam aus, aber kaum Juckreiz.  Betroffen sind meist Männer über 50. Die Ursache ist unbekannt, irritierende und immunologische Ursachen werden diskutiert. Eine Infektion und Ansteckung scheint nicht vorhanden zu sein.

Diagnose

Klinisches Aussehen, Gewebeprobe

Therapie

Kortison-Cremes (kurzfristig), immunmodulierende Cremes oder Laser haben Effekte. Allerdings müssen die Therapien nicht selten wiederholt werden. 

Peniskrebs

Vorsicht!

Eine Krebsvorstufe und eine frühe Form eines hellen Hautkrebses am Penis können zu Anfang auch wie eine  Eichel- und Vorhautentzündung aussehen, die nicht abheilt. Später kommen Erosionen und Knötchen hinzu. Daher sollten längerfristige Flecke am Penis immer untersucht und ihre Ursachen geklärt werden. 

Frühe Hautkrebsformen sind durch Hautoperationen oder Laser  gut zu behandeln.

 

Genitalwarzen/Feigwarzen –

Condylomata acuminata

Genitalwarzen werden – wie auch die Warzen an Händen und Füssen – durch humane Papillomviren (HPV) verursacht. Die HPV der Genitalwarzen werden sexuell übertragen und sind in der Bevölkerung verbreitet.

Klinisches Bild

Genitalwarzen wachsen bevorzugt in feuchtem Milieu, bei Männern meist in der Kranzfurche (Sulcus) der Eichel und auf der Vorhaut, bei Frauen an den Schamlippen (Labien). Anfangs sind es kleine rötliche oder weißliche Knötchen, die allmählich wachsen und blumenkohlartig werden, teils zerfallen sie, sind matschig und riechen unangenehm. Auf der äußeren Haut in der Genitalregion (Leisten, Schamregion, Penisschaft) sind sie meist hautfarben und von Haut bedeckt. Sie können ein riesenhaftes Wachstum annehmen, welche auch bösartig werden können.

Diagnose

Klinisches Aussehen

Therapie

Die Therapie sollte individuell angepasst erfolgen, in Abhängigkeit vom Verlauf und dem Ausmaß der Erkrankung, denn bei Gesunden kann eine spontane Abheilung erfolgen. Es kommen operative Maßnahmen (Elektrokauter, Curettagen, Laser, Kältetherapie) und  Cremes (Grünteeextrakte, Podophyllotoxin, Imiquimod) in Betracht. Letztere verursachen Entzündungen und dadurch werden die Condylome abgestoßen. 

Immungeminderte Patienten sollten behandelt werden – bevorzugt mit operativen Maßnahmen – da eine Spontanheilung nicht wahrscheinlich ist. 

Alle Patienten müssen über die sexuelle Übertragung und eine Partneruntersuchung beraten werden. Empfohlen ist auch eine Untersuchung / ein Hinweis auf weitere sexuell übertragene Infektionen, die eventuell zugleich übertragen wurden, aber wenig Symptome machen. 

Sexuell übertragbare Krankheiten –

Sexually transmitted infections (STI)

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) umfassen Infektionen, die durch Sex übertragen werden. Dazu gehören Bakterien, Viren, Pilze u.a., die eine Reihe von unterschiedlichen Krankheiten auslösen. Frühe Symptome, die auf eine STI hinweisen, sind: 

Bei Mann und Frau:

genitale Wunden, oft mit hartem Rand

genitale Warzen (s. Condylome)

Bei Frauen:

starker Ausfluß

Schmerzen beim Sex

Bei Männern:

weißlich-gelblicher Ausfluß aus der Harnröhre

Beschwerden beim Wasserlassen

Diese Symptome sollten Sie umgehend zur weiteren Abklärung zum Arzt führen. Frühe Stadien lassen sich gut behandeln.

Tripper – Gonorrhoe

Gonorrhoe ist eine häufige STI, die durch Bakterien (Neisseria gonorrhoeae) verursacht wird. Ca. 4-5 Tage nach dem sexuellem Kontakt, kommt es zu akuten Entzündungen der infizierten Schleimhäute, die bei Männern zu viel gelblich-grünlichem Ausfluss aus der Harnröhre, Schmerzen beim Wasserlassen, manchmal verbunden mit einer Vorhautentzündung (Balanitis) , führen.

Diagnose

Die mikroskopische Untersuchung des Ausflusses zeigt die typischen Bakterien

Therapie

Einmalige Gabe von Antibiotika und Nachkontrollen

Bei Frauen verlaufen die frühen Tripper-Infektionen meist unbemerkt, erst späte Formen äußern sich mit Druckschmerz im Unterbauch und Fieber.

Syphilis (Lues, harter Schanker)

Die Syphilis ist eine schwere, in Stadien verlaufende, chronische STI, die den gesamten Körper befallen und zum Tode führen kann, verursacht durch das Bakterium Treponema pallidum.

Ca. 2 Wochen nach der Infektion bei sexuellem Kontakt,  tritt an der Eintrittsstelle (oft an der Eichel oder Vorhaut des Mannes, an den kleinen Schamlippen oder am Muttermund der Frau) ein hartes Knötchen auf, das zerfällt. Daraus entsteht eine derbe, nicht schmerzhafte Wunde. Einige Tage später schwellen die Leistenlymphknoten an. Auch ohne Behandlung heilt die Wunde ab, jedoch die Krankheit schreitet im Körper fort. 

Diagnose

Frühstadium: Mikroskopischer Nachweis der Bakterien in der Flüssigkeit, die aus der Wunde entnommen wird.

Therapie

Penicillin wird einmalig intramuskulär gespritzt.

Ohne Behandlung im frühen Stadium verläuft die Krankheit weiter. 

Spätere Stadien, die Hautausschläge, Läsionen an den Schleimhäuten, Haarausfall oder Nervenschäden zeigen, werden anhand von Antikörpern festgestellt. Die Therapie ist ebenfalls Penicillin.

Cave:

Daher sollte bei einer schmerzlosen Wunde an den Schleimhäuten im Genitalbereich, evt. mit Beschwerden in der Leiste, ein Syphilis-Test erfolgen. In diesem frühen Stadium ist Syphilis ohne Folgen heilbar. Ohne Behandlung befallen die Bakterien, nach ca. 3 Monaten, den gesamten Körper (Stadium II). Es kommt zu Krankheitsgefühl, Fieber,Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen. Auch diese Erscheinungen verschwinden wieder. Allerdings folgen nach Jahren die Spätkrankheiten im Gehirn und Nervensystem, die schwer verlaufen bis tödlich sein können. Daher sollten Sie bei Wunden im Genitalbereich – auch wenn diese nach Wochen heilen – zum Hautarzt gehen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten:

Chronische, mehrfach auftretende Beschwerden wie Brennen, Jucken, Schmerzen im Genitalbereich sind sorgfältig zu beobachten. Sie können von einer Entzündung, einer Allergie oder Infektion resultieren, aber auch ungeeignete Therapiemaßnahmen und Tumoren sind manchmal die Ursache. Es existieren eine Reihe von äußerlichen Behandlungsmaßnahmen, Tablettentherapien oder Anleitungen zu Verhaltensmaßnahmen, die gute Effekte zeigen.

Leiden Sie unter unerklärlichem Juckreiz oder Schmerzen im Genitalbereich?
Dann melden Sie sich gern telefonisch zu einem Termin in unserer privatärztlichen Praxis unter: 040 – 18 12 15 140 oder online unter dermatomed@arztzentrum.de