040 - 181215 140 DermatoMed Hamburg • Prof. Dr. Moll • Privatärztliche Praxis für Dermatologie im Facharztzentrum an der Kampnagelfabrik • Jarrestraße 2 • 22303 Hamburg

hautarzt-hamburg-moll-dermatomed-lichen genital

Lichen genital: sclerosus et atrophicus

Was ist Lichen genital (sclerosus et atrophicus) ?

Bei Lichen genital handelt es sich um eine chronische entzündliche Erkrankung, die meistens die genitalen Schleimhäute befällt. Die Ursache ist bis heute unklar, es werden erbliche und immunologische Faktoren in Erwägung gezogen. Wichtig zu wissen ist, dass das Risiko, ein Karzinom der Genitalregion zu erwerben, deutlich erhöht ist.

Diagnose des Lichen genital (sclerosus et atrophius)

Es finden sich weißlich glänzende, teils eingerissene, teils eingeblutete Plaque-förmige Herde in der Scheidenregion und manchmal auch im Analbereich. Langwierige Verläufe führen zu Verhärtungen und Gewebsschwund (Atrophien) bis hin zum Verlust der kleinen Schamlippen und einer ausgeprägten Verengung (Stenose) der Scheidenöffnung. Es bestehen meist starke juckende, brennende Beschwerden, die oft nachts noch verstärkt sind. Häufig verschlechtern sich die Beschwerden der Lichen genital beim Wasserlassen und Geschlechtsverkehr. Der Hautarzt erkennt die Krankheit bei der Untersuchung.

Therapie des Lichen genital (sclerosus et atrophius)

Die Behandlung besteht in erster Linie in Kortison-haltigen Cremes im Wechsel mit Juckreiz stillenden Cremes. Ein Versuch mit immunmodulierenden Cremes (Tacrolimus, Pimecrolimus) ist möglich und oft hilfreich. Immer muss dies einhergehen mit konsequenter Pflege und Vermeiden von Reizen jeglicher Art.

Was ist Lichen ruber?

Eine andere entzündliche mit Juckreiz und Brennen einhergehende Genitaldermatose ist der Lichen ruber. Auch hier ist die Ursache ungeklärt, möglicherweise besteht eine Assoziation mit Hepatitis C. Die Symptome des Lichen ruber und des Lichen sclerosus et atrophicus sind oft nur feingeweblich zu untersuchen. Daher wird die Diagnose durch eine Gewebeprobe häufig gestellt. Möglicherweise besteht auch ein höheres Risiko für die Entstehung von Karzinomen.

Therapie des Lichen ruber

Die Therapie besteht in Kortison-haltigen Cremes, es kommen auch immunmodulierende Cremes (Tacrolimus, Pimecrolimus) in Frage und bei ausbleibender Besserung eine Reihe von unterschiedlichen Tablettenbehandlungen mit Hydroxichloroquin, Retinoiden und ähnlichen.

Was ist atrophisierende Vulvitis?

Eine weitere Erkrankung, die starke genitale Beschwerden verursacht, ist die atrophisierende Vulvitis. Sie betrifft bevorzugt Frauen im Klimakterium, da ein lokaler Östrogenmangel als Hauptursache angenommen wird. Die Beschwerden sind meist wechselnder Juckreiz und Brennen, betont nach dem Geschlechtsverkehr und Wasserlassen. Der Östrogenmangel führt zu einer Störung der Epidermis und in Folge zu einer Störung der bakteriellen Flora in der Scheide, vor allem zum Verlust der Laktobazillen. Das resultiert in Reduktion (Atrophie) der Scheide.

Therapie der atrophisierende Vulvitis

Die Therapie ist entsprechend, zunächst ein Versuch mit Östrogen-haltigen Cremes und/oder die Einnahme von Östrogen.

Andere wichtige Erkrankungen, die sich anfänglich ebenfalls mit Juckreiz und Schmerzen äußern, sind die gutartigen Tumoren und heller Hautkrebs, die in der Scheide und an den Schamlippen entstehen. Meist sind ältere Frauen betroffen. Das Maximum des Vulvakarzinoms liegt im hohen Lebensalter.
Oft zu erkennen an der Entwicklung eines Geschwürs aus einem nicht heilenden Haut- oder Schleimhautdefekts (Ulzerationen), umschriebene entzündliche Plaques und häufig auch Blutungen der Schleimhäute. Die Diagnose wird durch die mikrologische Analyse einer Gewebeprobe gestellt.

Was ist eine Vulvodynie?

Schließlich ist noch die Vulvodynie, ein chronisches Schmerzsyndrom der Scheidenregion zu erwähnen. Hierbei sind alle der bisher angegebenen Erkrankungen als Ursache möglich und daher durch Untersuchungen auszuschließen, um diese Diagnose zu stellen. Sie betrifft junge Mädchen und ältere Patientinnen.

Ursachen & Therapie einer Vulvodynie

Als Ursache kommen noch allgemeine Störungen der Schmerzwahrnehmung, insbesondere Schmerzsyndrome wie Burn out oder Reizdarmsyndrom und Depressionen in Betracht. Ein MRT der Lendenwirbelsäule und des Beckens sollte veranlasst sein.
Wichtig sind die langen und meist zu langen Anwendungen von Desinfektionsmitteln, Cremes, Waschlotionen u.ä. anzusehen. Diese Maßnahmen sollten umgehend beendet werden und eine Pflege, die die Hautbarriere wieder herstellt, ist einzuleiten. Häufig helfen Lidocaincremes bei der Schmerzlinderung. Falls systemische Therapien in schweren Fällen notwendig sind, werden in erster Linie Amitriptylin, Carbamazepin oder Pregabalin als Wirkstoffe verschrieben.

Zusammenfassend ist festzuhalten:

Chronische, mehrfach auftretende Beschwerden wie Brennen, Jucken, Schmerzen im Genitalbereich sind sorgfältig zu beobachten. Sie können von einer Entzündung, einer Allergie oder Infektion resultieren, aber auch ungeeignete Therapiemaßnahmen und Tumoren sind manchmal die Ursache. Es existieren eine Reihe von äußerlichen Behandlungsmaßnahmen, Tablettentherapien oder Anleitungen zu Verhaltensmaßnahmen, die gute Effekte zeigen.

Leiden Sie unter unerklärlichem Juckreiz im Genitalbereich?
Dann melden Sie sich gern telefonisch zu einem Termin in unserer privatärztlichen Praxis unter: (040) 181215  140 oder online unter dermatomed@arztzentrum.de