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Juckreiz und Schmerzen im Genitalbereich

Genitaler Juckreiz ist ein häufiges Problem, meist langwierig, tritt wiederholt auf und mindert die Lebensqualität stark. Junge Mädchen, Frauen im mittleren Alter und Seniorinnen sind gleichermaßen betroffen. Oft wird das Symptom Vulvodynie genannt (s.u.). Die Ursachen sind äußerst vielfältig und umfassen eine Vielzahl von speziellen Hautkrankheiten, Östrogenstörungen, Erkrankungen der Wirbelsäule im Lendenbereich, psychosomatische Erkrankungen und auch Tumorkrankheiten. Daher ist eine sorgfältige Abklärung und zunächst eine genauere Beschreibung der Beschwerden wichtig. Von Bedeutung sind Art und zeitlicher Verlauf der Beschwerden, Zusammenhänge mit Ereignissen und Medikamenten. Ca. 65 % der Erkrankungen sind Entzündungen, oft Ekzeme. 

Ekzeme

Am häufigsten handelte es sich um  wiederholende Ekzeme, ausgelöst durch chronische Irritationen. Häufiges Waschen mit Seifen, die Anwendung vielfältiger Kosmetika, Duftstoffe, Desinfektionsmittel, Slipeinlagen, Enthaarungscremes, Waxing und vieles andere stellt einen möglichen Reizfaktoren dar. Weiterhin kommen Sexartikel der verschiedensten Art, am häufigsten Kondome als Ursache von Ekzemen, Juckreiz und Brennen in Betracht. Meistens werden zur Heilung der Beschwerden antimikrobielle Cremes eingesetzt, die die Symptomatik langfristig oft verschlechtern, da diese Substanzen die Hautbarriere zerstören. Auch Allergien werden, wenn die Hautbarriere beschädigt ist, häufiger ausgelöst, da viel mehr Allergene in die Haut eindringen können. Reizauslösend (irritativ) spielen auch Stuhl- oder Harninkontinenz eine wichtige Rolle.

Ein anderer wichtiger Allergiefaktor bei „Juckreiz genital“ ist die Kleidung, die Unterwäsche und ihre Zusätze z. B. Farbstoffe. Besonders dunkle Farben können häufig Allergien auslösen, ebenso Duftstoffe in feuchten Toilettenpapieren. Als andere Ursache der Ekzeme im Genitalbereich kommt die atopische Diathese (Allergieneigung), d.h. die Assoziation mit Heuschnupfen, allergischem Schnupfen oder auch Neurodermitis (atopisches Ekzem) in Betracht.

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Infektionen

Eine andere häufige Ursache des „Juckreiz genital und Schmerzen“ sind Infektionen mit Hefepilzen, meist Candida albicans. Diese induzieren häufig ausgeprägte Entzündungen auch in der Leistenregion mit Juckreiz und Brennen. Die Diagnose wird durch Abstrich und Kultivierung der Pilze nachgewiesen. Es stehen eine Reihe von Cremes gegen diese Pilzinfektionen zur Verfügung, meist zusammen mit Vaginal-Ovula anzuwenden, um die Infektion effektiv zu beseitigen. In ausgeprägteren Fällen kommen auch Tablettenbehandlungen in Betracht. Wichtig ist aber, dass bei rezidivierendem Befall allgemeine Ursachen wie Diabetes, spezielle Hautkrankheiten (s.u.) oder erneute Infektionen erkannt und behandelt werden. Nicht selten erfolgt die Infektion durch den Partner. Zusammen mit den Internisten und Gynäkologen klären wir die Ursachen und behandeln Sie.

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Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte)

Häufigste der speziellen Hautkrankheiten, die Juckreiz, Stechen und Brennen in der Genitalregion auslösen, ist die Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris). Für das Vorliegen einer Schuppenflechte ist die scharfe Begrenzung der Herde und ihre Hartnäckigkeit sehr typisch. Die Diagnose im Genitalbereich ist nicht einfach, da die Hautveränderungen untypisch aussehen können. Meist ist eine Gewebeprobe notwendig, insbesondere wenn ansonsten kein Anhalt für eine Schuppenflechte der Körperhaut besteht.
 Die Therapie besteht in optimalen Pflegemaßnahmen mit gut verträglichen Cremes, um die Barriere der Haut wieder herzustellen. Vorübergehend werden Kortisoncremes und Vitamin-D-Verwandte als Creme angewendet.

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Lichen sclerosus

Bei Lichen sclerosus handelt es sich um eine chronische entzündliche Erkrankung, die meistens die genitalen Schleimhäute befällt. Die Ursache ist bis heute unklar, es werden erbliche und immunologische Faktoren in Erwägung gezogen. Wichtig zu wissen ist, dass das Risiko, ein Karzinom der Genitalregion zu erwerben, erhöht ist.

Diagnose

Es finden sich weißlich glänzende, teils eingerissene, teils eingeblutete plaqueförmige Herde in der Scheidenregion und manchmal auch im Analbereich. Langwierige Verläufe führen zu Verhärtungen und Gewebeschwund (Atrophien) bis hin zum Verlust der kleinen Schamlippen und einer ausgeprägten Verengung (Stenose) der Scheidenöffnung. Es bestehen meist starke juckende, brennende Beschwerden, die oft nachts noch verstärkt sind. Häufig verschlechtern sich die Beschwerden beim Wasserlassen und Geschlechtsverkehr.

Der Hautarzt erkennt die Krankheit bei der Untersuchung.

Therapie

Die Behandlung besteht in erster Linie in Kortison-haltigen Cremes im Wechsel mit juckreizstillenden Cremes. Immer muss dies einhergehen mit konsequenter Pflege und Vermeiden von Reizen jeglicher Art.

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Lichen ruber

Eine andere entzündliche mit Juckreiz und Brennen einhergehende Entzündung im Genitalbereich ist der Lichen ruber. Auch hier ist die Ursache ungeklärt, möglicherweise besteht eine Assoziation mit Hepatitis C. Lichen ruber und der Lichen sclerosus  sind oft ähnlich und nur feingeweblich zu unterscheiden. Daher wird die Diagnose häufig durch eine Gewebeprobe gestellt. 

Therapie

Die Therapie besteht in Kortison-haltigen Cremes, es kommen auch immunmodulierende Cremes (Tacrolimus, Pimecrolimus) in Frage und bei ausbleibender Besserung eine Reihe von unterschiedlichen Tabletten mit Hydroxichloroquin, Retinoiden und ähnlichem.

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Atrophisierende Vulvitis

Eine weitere Erkrankung, die starke genitale Beschwerden verursacht, ist die atrophisierende Vulvitis. Sie betrifft bevorzugt Frauen im Klimakterium, daher wird ein  lokaler Östrogenmangel als Hauptursache angenommen. Die Beschwerden sind meist wechselnder Juckreiz und Brennen, betont nach dem Geschlechtsverkehr und Wasserlassen. Der Östrogenmangel führt zu einer Störung der Epidermis und in Folge zu einer Störung der bakteriellen Flora in der Scheide, vor allem zum Verlust der Laktobazillen. 

Therapie

Die Therapie ist entsprechend, zunächst ein Versuch mit Östrogen-haltigen Cremes und/oder die Einnahme von Östrogenen.

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Chronische Entzündung des Hodensacks – Rotes Skrotum-Syndrom

Langfristiger Juckreiz und Brennen am Hodensack  (Skrotum) beklagen viele Männer in mittlerem und höherem Alter. Typisch ist eine Rötung des Hodensacks, daher auch Rotes Skrotum-Syndrom genannt. Dabei ist zu denken an Allergien, Infektionen (Pilze, Bakterien), Psoriasis oder eine zu lange Anwendung von Kortisoncremes. Wahrscheinlich sind aber Entzündungen der Hautnerven die Ursache, oft bei Bandscheibenschäden oder ausgelöst durch Reizungen (z.B. ausgedehntes Rad fahren, enge Sporthosen u.ä.)

Therapie

Die Therapie erfolgt anfangs mit Calcineurin-Inhibitoren und individuellen Pflegecremes – keine Kortisoncreme- sowie Tabletten gegen Entzündungen. Damit erreicht man in wenigen Wochen meist eine Besserung. Oft sind zusätzlich antibiotische- und Nervenschmerz-Tabletten nötig. 

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Genitale Tumoren

Andere wichtige Erkrankungen, die sich anfänglich ebenfalls mit Juckreiz und Schmerzen äußern, sind gutartige Tumoren und heller Hautkrebs, die in der Scheide und an den Schamlippen entstehen. Meist sind ältere Frauen betroffen. Die Tumore sind häufig durch ein Geschwür (nicht heilende Haut- oder Schleimhautwunde)  zu erkennen, oder häufig weisen Blutungen der Schleimhäute darauf hin. Die Diagnose wird durch eine Gewebeprobe gestellt.

Fazit: Wunden und Blutungen in der Genitalregion sollten Sie zum Hautarzt führen!

Zusammenfassend ist festzuhalten:
Chronische, mehrfach auftretende Beschwerden wie Brennen, Jucken, Schmerzen im Genitalbereich sind sorgfältig zu beobachten. Sie können durch eine Entzündung, eine Allergie oder Infektion verursacht sein, aber auch ungeeignete Therapiemaßnahmen und Tumore sind manchmal die Ursache. Es existieren eine Reihe von äußerlichen Behandlungsmaßnahmen und Tablettentherapien.

Leiden Sie unter unerklärlichem Juckreiz und Schmerzen  im Genitalbereich? Dann melden Sie sich gern telefonisch zu einem Termin in unserer Praxis für Privatpatienten und Selbstzahler unter: 040 – 18 12 15 140 oder online: dermatomed@arztzentrum.de