Haare DermatoMed Prof. Moll Hamburg

Haare

Haare spielen für unsere äußerliche Erscheinung eine wichtige Rolle. Schönes, volles Kopfhaare steht für gutes Aussehen, Attraktivität. Daher schränken Krankheiten oder Verlust der Haare die Lebensqualität bei Frau und Mann beträchtlich ein. Am häufigsten ist der erbliche Haarausfall (androgenetische Alopezie) – die „normale Glatze“ – bei beiden Geschlechtern. Daneben gibt es aber noch viele andere Ursachen und Formen des Haarausfalls.

Unsere Haare – noch immer ein Mysterium!

Jedes unserer Haare ist ein kleines, komplexes Organ bestehend aus einer Wurzel, Hüllen und einer Talgdrüse, die in der Haut liegen, und dem Haarschaft, dem eigentlichen Haar.  Jedes Haarorgan hat seine innere Uhr, die den Lebenszyklus dieses Haars bestimmt. Das Kopfhaar wächst ca. 5 Jahre (Anagenphase), baut sich in wenigen Wochen um (Katagenphase) und fällt nach 3 Monaten aus (Telogenphase). Dieser Zyklus verläuft individuell für jedes Haar, d.h., es liegt keine „Haarung“ vor. Normal fallen bis 100 Haare pro Tag aus.  Ca. 400.000 Haare besitzen wir am Kopf.

Die androgenetische Alopezie (erblicher Haarausfall, „Glatze“) ist bei weitem die häufigste Form des Haarausfalls bei Frau und Mann.

Männer

Der erbliche Haarausfall betrifft ca. 70% der Männer mehr oder weniger stark, oft schon früh um das 20. Lebensjahr beginnend. Die wesentlichen Faktoren sind die erbliche Anlage (Gene) und die Androgene (männliche Hormone). Die Gene legen den Lebenszyklus, die Lebensdauer (s.o.) jedes Haars individuell fest. Die Haare am Hinterkopf und an den Seiten („Haarkranz“) haben ein langes Leben geerbt und sind gut gegen die für sie „schädlichen“ Androgene geschützt. Die Haare am Scheitel und an der Stirn vorne sind dagegen deutlich weniger geschützt, sie fallen früher aus.

Verlauf

Die männliche Glatze beginnt meist an den Geheimratsecken und schreitet nach hinten fort. Der Verlauf ist individuell, oft fallen die Haare am Scheitel früh aus. Nicht selten verläuft der Haarverlust in Schüben, mit einem ersten Schub in der Pubertät, was die Jungen und Eltern sehr beunruhigt.

Die Kopfhaut ist gesund, oft verdünnt und neigt zu hellem Hautkrebs (s. Heller Hautkrebs).

Diagnose

Für die Diagnose genügt in der Regel ein Blick. Die genaue Untersuchung wird mit der Dermatoskopie vorgenommen: dünner Haarschaft, viele Vellushaare (verkürzte, dünne Haare), geringer Pigmentgehalt, oder mit dem Trichoscan, was die genaue Dokumentation der Haardichte und der Anagenhaare (s.o.) am Computer erlaubt.

Therapie

Vieles wird versprochen – weniges hilft.

Minoxidil-Lösung oder Schaum (5%) für Männer

ist ein wirksames Medikament, das die Haarwurzeln durch verbesserte Durchblutung aktiviert. Damit wird der Haarausfall reduziert und oft kommt es nach ca. 6 Monaten zur Vermehrung der Haare. Allerdings wirkt es nur, solange es angewendet wird – danach nehmen die Haare wieder ihren eigenen Lebenszyklus auf!

Finasterid

ist ein den männlichen Hormonen ähnliches Molekül, das durch Reaktionen mit den Haarwurzeln diese vor „schädlichen“ Androgenen schützen kann. Meist führen die Finasterid-Tabletten rasch zum Stopp des Haarausfalls und auch zu einer sichtbaren Vermehrung der Haare. Verschiedene Nebenwirkungen sind bekannt. Wir beraten Sie gerne auch zu den Nebenwirkungen und Risiken.

Eigenhaar-Transplantation

Haare aus dem „Haarkranz“, die als Organ vor den „schädlichen Androgenen“ erblich geschützt sind  und daher lange leben, werden mikrochirurgisch entnommen und an den vorderen Kopf und Scheitel verpflanzt. Es sind mehrfach Transplantationen in Abständen nötig, um einen guten Zustand zu erhalten.

Frauen

Erblicher Haarausfall betrifft auch ca. 30% der Frauen. Die Ursachen sind identisch: Gene und Androgene (männliche Hormone). Aber der Verlauf und das Aussehen sind anders. Am Kopf sind nur einzelne Haare betroffen, was zu einer Lichtung der Haare am Scheitel, aber nicht zur Glatze führt! Es erklärt sich dadurch, dass jedes Haar ein individuelles Organ ist. Das ist sehr wichtig zu wissen!

Am meisten betroffen ist im – Gegensatz zum Mann – die Mittelscheitelregion. Die Haare an der Stirn vorne und in den Geheimratsecken bleiben erhalten.

Diagnose

Lichtung der Haare am Mittelscheitel, viele dünne kurze Haare.

Die Androgene erreichen im Klimakterium ein relatives Überwiegen über die Östrogene, die die Haare schützen. Deshalb sollten die Hormone im Blut bestimmt werden zusammen mit Schilddrüsenwerten, Blutbild und Eisen und eventuell weiteren Werten je nach Ihrem Alter und Ausprägung des Haarausfalls.

Therapie

Da Östrogen schützen (s.o.), werden Haarwässer mit Östrogenen verwendet und führen oft zu einer Besserung, wenngleich wissenschaftlich die Wirkungen nicht klar erwiesen sind. Auch wir haben gute Erfahrung damit.

Einen starken und gut erwiesenen Effekt hat Minoxidil (2%) als Lösung oder Schaum auch bei Frauen. Oft wachsen sehr viele Haare nach. Allerdings kann die Minoxidil-Lösung zu Reizungen der Kopfhaut führen. Eine andere Nebenwirkung kann sein, dass Haare auf der Stirn und an den Wangen wachsen. Deshalb ist eine exakte Anwendung in der Mittelscheitelregion zu beachten.

Da die Androgene den Ausfall verstärken, können antiandrogene Tabletten (z.B. Cyproteronacetat, Spironolacton u.a.) eingenommen werden und zu gutem Erfolg führen. Allerdings sollte die Einnahme nur nach Untersuchung und Kontrollen durch Gynäkologen erfolgen.

Frauen und Männer

Neue Methoden sind für beide Geschlechter verfügbar, die mit Erfolg zusätzlich angewendet werden können:

Thrombozyten-reiches Blutplasma (Platelet-rich-plasma, PRP)

Dazu werden ca. 50 ml Ihres eigenen Blutes so aufbereitet, dass darin die Blutplättchen (platelets) konzentriert werden. Die Blutplättchen sind sehr reich an potenten Wachstumsfaktoren. Ihr eigenes, so verändertes Blut wird in die Kopfhaut eingespritzt. Die Wachstumsfaktoren aktivieren dort die ruhenden Haarwurzeln. Meist wird die Prozedur in mehrwöchigen Abständen wiederholt. Diese Therapie führt manchmal zum Nachwachsen der Haare und das Haar wird dicker. Es handelt sich ausschließlich um Ihr eigenes Blut ohne Fremdzellen.

 

Wichtig ist noch: Jegliche Therapie des erblichen Haarausfalls sollte früh begonnen werden!

Wir beraten und versorgen Sie gerne mit allen genannten Therapien und auch mit individuellen für Sie ausgewählte Haarwachstumslösungen.

Bemerken Sie ein Zurückweichen Ihrer Stirn-Haargrenze, eine höhere Stirn? Dann könnte sich um eine

Frontal fibrosierende Alopezie

handeln. Sie betrifft meist ältere Frauen, selten junge Frauen und Männer. Es kommt – meist über Jahre – zum Zurückweichen des Haaransatzes an der Stirn und an den Seiten. Es entsteht eine „hohe Stirn“ und ein Haarverlust über den Ohren. Die Haut ist dünn, gespannt und ohne Haarfollikel. Die Haargrenze schiebt sich langsam zurück, ca. 0.2-2.0 cm im Jahr. Daher wird der Haarverlust oft auf das Alter zurückgeführt oder gar nicht bemerkt. Nach gewisser Zeit kommt der Haarverlust manchmal zum Stillstand. Viele Frauen verstecken den Haarverlust mit einer Locke. Die Ursachen sind nicht bekannt. Hormone spielen eher keine Rolle.

Diagnose

Auflichtmikroskopie, Verlust der Haarfollikel

Therapie

Es bestehen verschiedene Therapiemöglichkeiten, um das Fortschreiten zu stoppen. Meist werden Cremes mit Kortison, durchblutungsfördernden oder immunmodulierenden Stoffen verwendet. In ausgeprägten Fällen können auch entzündungshemmende und immunmodulierende Tabletten eingesetzt werden. Wichtig ist: An den bereits haarlosen Stellen wachsen keine Haare mehr.

Melden Sie sich gern telefonisch zu einem Termin in unserer Praxis unter: 040 – 450 38 444 oder online auf dieser Webseite.
E-Mail: empfang@dermatomed.de

Juckreiz Kopf

Juckreiz am Kopf

Juckt oder brennt Ihre Kopfhaut immer wieder ?

Juckreiz am Kopf kann lange anhalten, meist stark wechseln und die Lebensqualität stark einschränken. Er hat viele Ursachen. Einerseits kann eine Haar- oder Hautkrankheit vorliegen, andererseits juckt und brennt auch die gesunde Haut, ohne krank zu sein. Die Hautkrankheiten am Kopf sind meist Entzündungen durch Veränderung der Haarfette, Allergien, Pilz- oder spezielle Hautkrankheiten, z. B. Schuppenflechte. Wenn die gesunde Kopfhaut juckt, können Medikamente, Krankheiten des Blutes, der Leber, der Niere oder Reizungen der Kopfnerven, aber auch Stress und nervliche Krankheiten vorliegen. Haarausfall kann dabei vorhanden sein oder nicht.

Diagnose

Auflichtmikroskopie

Untersuchungen des Blutes, Pilz- und Allergietestungen

Therapie

Eine Klärung der Ursachen steht an erster Stelle und – wenn möglich – deren Behandlung. Die Kopfhaut behandeln wir mit individuellen Haarlotionen. Oft sind pflanzliche Präparate gut wirksam. Manchmal sind auch Tabletten, u. a. Antihistaminika oder gegen Nervenschmerzen wirkende Medikamente zeitweise nötig.

Wenn Ihr Kopf immer wieder juckt, melden Sie sich.

Melden Sie sich gern telefonisch zu einem Termin in unserer Praxis unter: 040 – 450 38 444 oder online auf dieser Webseite.
E-Mail: empfang@dermatomed.de

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