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Akne vulgaris

Die Akne ist eine entzündliche Erkrankung der Talgdrüsenfollikel im Gesicht und am oberen Rumpf bei Jugendlichen, und seltener auch bei Erwachsenen. Die typischen Veränderungen sind Mitesser (Komedonen) und daraus entstehende Knötchen (Papeln) oder eitrige Pusteln. Die Akne ist die häufigste Hauterkrankung, sie beginnt meist nach dem 10. Lebensjahr und bildet sich nach dem 25. Lebensjahr wieder zurück. Jedoch bleiben bei ca. 20 % der Patienten die Hautveränderungen bestehen, meist als milde verlaufende Form (Acne tarda), Frauen sind häufiger betroffen. Es besteht eine familiäre Häufung. Sind beide Eltern in der Jugend betroffen gewesen, besteht bei den Kindern eine hohe Wahrscheinlichkeit auch an Akne zu erkranken. Rauchen, kohlenhydratreiche Ernährung, Milchprodukte, gesättigte Fettsäuren und Umweltfaktoren können möglicherweise das Hautbild verschlechtern.

Ursachen der Akne

Die Entstehung der Akne ist bedingt durch 3 wesentliche Faktoren:

  1. Gesteigerte Talgproduktion in den Talgdrüsen (Seborrhoe)
  2. Follikuläre übermäßige Verhornung der Haare (Hyperkeratose)
  3. Entzündungsprozesse (Propionibacterium acnes)

Seborrhoe bedeutet die Fettproduktion in den Talgdrüsen der Haut, die von männlichen Hormonen (Androgenen), verstärkt wird. Dies erklärt die schwerer verlaufende Akne bei junden Männern. Follikuläre Hyperkeratose ist die Verhornung der Haarfollikelöffnungen, die dadurch verstopft werden und infolge sammelt sich der Talg im Haarfollikel als auch in der Talgdrüse an. Dadurch wird der gesamte Haarfollikel  erweitert. Propionibakterien finden sich in allen Haarfollikeln, jedoch können sie sich in den verstopften und talgreichen Follikeln bei der Akne besonders gut vermehren.

Die typischen Hautherde sind:

Wesentlich in der Entstehung der Akne sind Mitesser (Komedonen), die mit weißen (geschlossene) und schwarzen (offenen) Köpfchen vorkommen. Entzündungen bestehen bei dieser Form (Acne comedonica) nicht. Kommen die Entzündungen hinzu, entsteht die entzündliche Akne (Acne papulopustulosa), das sind kleine Eiterpusteln und kleine gerötete Knötchen, oft an den Wangen. Wenn die Entzündungen der Komedonen zunehmen und Abszesse und Knoten entstehen, die teils verschmelzen, spricht man von Acne conglobata. Es bilden sich in aller Regel nach der Abheilung Narben, Zysten oder Gangstrukturen.

Therapie

Die Behandlung der Akne richtet sich nach den klinischen Erscheinungen der Hautveränderungen, ist entsprechend vielfältig und muss sehr individuell gestaltet werden. Die Mitesser sollten mit keratinlösenden und entfettenden Pharmaka behandelt werden. Zur Verfügung stehen in Cremeform Retinoide (Vitamin A-Säure Verwandte), Benzoylperoxid und Azelainsäure. Sie öffnen die Haarfollikel wieder und der Talg entleert sich. Die Haut sollte regelmäßig damit behandelt werden. Die Propionibakterien werden mit antibiotischen Gelen vorübergehend behandelt. In ausgeprägten Fällen stehen systemische Therapien zur Verfügung, vor allem Antibiotika, aber auch Retinoide als Tabletten. Diese reduzieren die Talgproduktion der Talgdrüsen, die Hyperkeratosen der Follikel und infolge auch die Bakterien. Schwer entzündliche Akneformen (wie Acne papulopustulosa) werden mit Antibiotika über einige Wochen behandelt. Zusätzlich kommen zur Aknetherapie Peelings mit Fruchtsäuren, manuell-physikalische Therapie und im späteren Leben Narbenkorrekturen, wofür es spezielle Maßnahmen gibt, in Betracht.

Unter konsequenter Lokaltherapie mit Benzoylperoxid- und Retinoidhaltigen Produkten heilen viele mittelschwere Aknefälle ab. 

Eine kosmetische Begleittherapie ist oftmals empfehlenswert.

Akne der Erwachsenen (Acne tarda)

Bei circa 20% der Erwachsenen treten nach dem 25. Lebensjahr Knoten, Papeln und Zysten im Kinnbereich und Unterkieferrand auf. 

Es sind zwei Verläufe der Akne bekannt. Bei den Erwachsenen – meist Frauen – tritt die Akne nach dem 25. Lebensjahr erneut auf. Bei der zweiten Form bleibt die Akne durchgehend bestehen. Es bilden sich Knoten, die oft tief in der Haut liegen, Papeln und Zysten am Kinn und Untererkieferrand. Komedonen sind nicht vorhanden, Eiterpusteln selten. Häufig kommt es zum Schub der Acne tarda nach Absetzen der Pille.

Die Ursachen sind nicht bekannt. Man diskutiert eine erhöhte Empfindlichkeit der Hautstrukturen für Androgene (männliche Hormone), Stress und erhöhte Fettwerte.

Diagnose

Klinisches Bild. Androgene können erhöht sein, während Östrogene (weibliche Hormone) normal sind. Bei schwerem Befall ist ein polyzystisches Ovarsyndrom auszuschließen. 

Therapie

Die Behandlung muss sehr individuell dem Hauttyp angepasst erfolgen. Viele übliche Aknepräparate reizen stark und sind wenig wirksam, besonders wenn Knoten und Zysten tiefer in der Haut entstehen. Zentral ist die äußere Therapie mit Azelainsäure und Retinoide (Vitamin A Säure-Verwandte), neben Benzyolperoxid. Sehr gut wirksam ist eine Pille mit Androgen-Blockierung (z.B. Cyproteronacetat). Ein individueller Therapieplan ist oft als Kombi zu empfehlen. Manchmal sind jedoch weitere systemische Therapien mit Doxycyclin (Antibiotikum) oder Retinoiden (Vitamin A Säure-Derivaten) nötig. Ergänzend sind kosmetische Behandlungen, entsprechend dem klinischen Bild, sinnvoll.

 

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